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  • Das Sommerhaus

    Die kalten Backsteine die im Eingang den Boden bildeten, hatten über die Jahre durch etliche Schläge und eingefressenen Schmutz eine Struktur erhalten, die leichten Sprenklern gleicht. Als hätte ihn eine Malerin beim Nachbessern des weissen Lacks der Holzdielen in der Küche grosszügig beträufelt. Natürlich kam so eine Malerin aber nie vorbei. Und so verlor sich das Weiss und brachte an den Ecken die natürliche Struktur des Holzes hervor. Bei genauerer Betrachtung fiel dann auf, dass auf einer Seitenwand eines Kastens mit Bleistift immer wieder Markierungen aufgezeichnet wurden. Feine Striche in unregelmässigen Abständen. Daneben gewöhnlich ein Datum und eine Zahl in Centimetern. Diese Markierungen waren aber niemandem der momentanen Bewohnenden zuzuordnen. Am auffallendsten war aber die metallene Front die mit den roten Backsteinen umrandet in die Wand eingelassen war. Ein Schieber, ein Aschefach sowie eine Feuerkammer die nach hinten gehend mit dem grossen, in der Stube stehenden, Kachelofen verbunden war. Es war auch dieser Ofen, der besonders der Küche, im allgemeinen aber der ganzen Wohnung einen eigenen Geruch verlieh. Ein leichter, rauchiger Unterton der selbst im Sommer nicht ganz verschwunden war. Eine stille Konstante in der Luft. Der Ofen selbst war ein beinahe würfelförmiger Quader der auf einem kleinen Sockel aus Zement in einer Ecke der Stube thronte. Getäfelt mit Keramikplättchen in schmierigem weiss, zwischen denen bereits der Mörtel etwas hervorbröckelte. Der Ofen bildete den Mittelpunkt der gesamten Wohnung, die sich selbst ringförmig um ihn schlang. In dieser Stube und den verbleibenden zwei Zimmern wurden die kalten Backsteine von einem hellen, knarzenden Parkettboden abgelöst. Nach ein paar Monaten der täglichen Gänge über ihn, liess er sich dann aber doch relativ geräuscharm begehen, um beispielsweise nach dem Nachhausekommen niemanden aufzuwecken.